Ist eine Heißluftfriteuse gesund?

Heißluftfritteusen gelten als gesunde Küchenrevolution: weniger Fett, weniger Kalorien und trotzdem voller Genuss. Doch ist eine Heißluftfriteuse gesund, wenn man sie wirklich mit klassischem Frittieren vergleicht? Genau das habe ich getestet. Nicht theoretisch, sondern mit selbst gemachten, bewusst gesunden Krapfen. Dabei ist nicht nur ein überraschend gutes Rezept entstanden, sondern gleichzeitig ein ehrlicher Praxistest. Denn erst wenn der Geschmack stimmt, lohnt sich der Blick auf die entscheidende Frage: Wie viel Fett landet am Ende tatsächlich im Gebäck und warum?

Ist eine Heißluftfriteuse gesund im direkten Vergleich zur Fritteuse?

Um diese Frage fair beantworten zu können, habe ich zwei Chargen Krapfen unter möglichst vergleichbaren Bedingungen zubereitet. Die erste Variante wurde im Air Fryer gebacken. Dabei wurden die Krapfen bei xy Grad für 10 Minuten gegart und zuvor von jeder Seite mit etwa 2 Gramm Fett bestrichen. Insgesamt kamen so rund 4 Gramm Fett pro Krapfen zum Einsatz.

Die zweite Variante wurde klassisch frittiert. Die Krapfen lagen insgesamt etwa 8 Minuten im Fett, jeweils 4 Minuten pro Seite. Entscheidend war hier vor allem die Temperatur: Das Fett hatte während des gesamten Frittiervorgangs konstant etwa 170 Grad. Genau dieser Punkt ist essenziell, wenn man beurteilen möchte, ob Frittieren automatisch „ungesund“ ist oder ob hier ein differenzierter Blick notwendig ist.

Air Fryer Krapfen

  • im Air Fryer gebacken
  • Backzeit: 10 Minuten bei 200 °C
  • vorher von jeder Seite mit ca. 2g Fett bestrichen

Frittierte Krapfen

  • in Öl frittiert
  • 8 Minuten Gesamtzeit (4 Minuten pro Seite)
  • konstante Öltemperatur von 170 °C

Ist eine Heißluftfriteuse gesund, weil Frittieren angeblich immer fettig ist?

Einer der größten Irrtümer rund ums Frittieren ist die Annahme, dass Lebensmittel sich wie ein Schwamm mit Fett vollsaugen. In Wirklichkeit läuft beim Frittieren ein physikalischer Prozess ab, der stark von der Temperatur abhängt. Bei etwa 170 Grad beginnt das im Teig enthaltene Wasser sofort zu verdampfen. Dieser entstehende Wasserdampf strömt nach außen und bildet gewissermaßen eine Barriere, die verhindert, dass zu viel Fett in den Krapfen eindringt.

Ist die Temperatur dagegen zu niedrig, verdampft das Wasser langsamer. Der schützende Dampfdruck fehlt, und genau dann kann Fett in den Teig ziehen. Das Ergebnis sind schwere, fettige Krapfen. Ist die Temperatur hingegen zu hoch, bräunt die Oberfläche zu schnell, während das Innere noch nicht richtig durchgegart ist. Auch das wirkt sich negativ auf Textur und Geschmack aus.

Deshalb ist korrektes Frittieren bei konstanter Temperatur der entscheidende Punkt. In diesem Kontext wird auch klar, warum die Frage „Ist eine Heißluftfriteuse gesund?“ nicht pauschal beantwortet werden kann, ohne zu berücksichtigen, wie sauber und kontrolliert frittiert wird.

zwei goldbraune zuckerfreie berliner aufeinander gestapelt von vorne auf einem holztisch mit weissem backpapier

Ergebnis: Wie viel Fett steckt im Krapfen?

Ist eine Heißluftfriteuse gesund, wenn man genau nachmisst?

Um nicht nur auf das Gewicht der Krapfen zu schauen, sondern die tatsächliche Fettaufnahme zu bestimmen, wurden die Krapfen vor und nach dem Garen gewogen. Zusätzlich habe ich das restliche Frittieröl nach dem Backen wieder in die Flasche gefüllt und ebenfalls gewogen. So ließ sich sehr genau berechnen, wie viel Fett tatsächlich verbraucht wurde.

Beim reinen Wiegen der Krapfen zeigte sich zunächst ein überraschendes Ergebnis: Ein frittierter Krapfen war nach dem Garen lediglich etwa 4 bis 5 Gramm schwerer. Das wirkt wenig, erklärt sich aber dadurch, dass beim Frittieren Wasser verdampft. Ein Teil des aufgenommenen Fetts ersetzt also schlicht das verlorene Wasser.

Erst der Blick auf das Frittieröl brachte Klarheit. Pro frittierter Krapfen verschwanden rund 10 Gramm Fett aus dem Topf. Beim Air Fryer waren es, wie geplant, etwa 4 Gramm Fett pro Krapfen.

Ist eine Heißluftfriteuse gesund aus Kaloriensicht?

Da ein Gramm Fett etwa 9 Kilokalorien liefert, ergibt sich daraus ein recht klarer Vergleich. Ein Krapfen aus der Heißluftfriteuse kommt auf rund 36 Kilokalorien aus Fett, während ein frittierter Krapfen etwa 90 Kilokalorien aus Fett liefert. Der Unterschied liegt also bei ungefähr 54 Kilokalorien pro Stück.

Das ist messbar und relevant, aber weit entfernt von einer Kalorienbombe. Genau an diesem Punkt lohnt es sich, die Frage „Ist eine Heißluftfriteuse gesund?“ noch einmal neu zu bewerten. Nicht emotional, sondern nüchtern.

Konsistenz und Geschmack im Vergleich

Geschmack lässt sich nicht wiegen, spielt aber eine zentrale Rolle. Der frittierte Krapfen war außen gleichmäßig goldbraun, innen weich, saftig und deutlich luftiger. Er hatte mehr Volumen und eine offenere, zartere Krume. Genau das, was man klassisch von einem Krapfen erwartet.

Der Krapfen aus der Heißluftfriteuse war geschmacklich ebenfalls sehr gut, jedoch weniger gleichmäßig gebräunt. Zudem blieb er etwas flacher, kompakter und nicht ganz so luftig. Das ist kein Fehler, sondern eine andere Textur – aber eben auch ein anderer Genuss.

Das ist messbar und relevant, aber weit entfernt von einer Kalorienbombe. Genau an diesem Punkt lohnt es sich, die Frage „Ist eine Heißluftfriteuse gesund?“ noch einmal neu zu bewerten. Nicht emotional, sondern nüchtern.

Fazit: Ist eine Heißluftfriteuse gesund?

Ja, eine Heißluftfriteuse ist gesund, vor allem dann, wenn man bewusst Fett und Kalorien einsparen möchte. Gleichzeitig zeigt dieser Test aber auch sehr deutlich, dass richtiges Frittieren kein ernährungsphysiologischer Totalausfall ist. Wird bei korrekter Temperatur frittiert, nimmt ein Krapfen nur moderat mehr Fett auf und liefert etwa 50 bis 60 Kilokalorien mehr als die Air-Fryer-Variante. Da der geschmackliche und texturale Unterschied jedoch deutlich spürbar ist, lautet das ehrliche Fazit: Ein gut frittierter Krapfen ist den kleinen Kalorienaufschlag absolut wert. Die Heißluftfriteuse ist ein hervorragendes Küchengerät, aber sie ist kein moralischer Maßstab für gutes Essen, sondern eine Option von vielen.

Der Krapfen aus der Heißluftfriteuse war geschmacklich ebenfalls sehr gut, jedoch weniger gleichmäßig gebräunt. Zudem blieb er etwas flacher, kompakter und nicht ganz so luftig. Das ist kein Fehler, sondern eine andere Textur, aber eben auch ein anderer Genuss.

Das ist messbar und relevant, aber weit entfernt von einer Kalorienbombe. Genau an diesem Punkt lohnt es sich, die Frage „Ist eine Heißluftfriteuse gesund?“ noch einmal neu zu bewerten. Nicht emotional, sondern nüchtern.

Hinweis zu Transfetten und Acrylamid

Unabhängig vom Vergleich zwischen Heißluftfriteuse und klassischem Frittieren gibt es zwei Aspekte, die man bei stark erhitzten Lebensmitteln grundsätzlich im Hinterkopf behalten sollte: Transfette und Acrylamid. Beide entstehen nicht automatisch, aber sie können sich bei hohen Temperaturen und längerer Hitzeeinwirkung bilden. Ganz gleich, ob im Frittierfett oder in der Heißluftfriteuse.

Transfette entstehen vor allem dann, wenn Öle stark erhitzt, mehrfach verwendet oder über ihren Rauchpunkt hinaus belastet werden. Acrylamid wiederum kann sich bei stärkehaltigen Lebensmitteln bilden, sobald sie stark gebräunt oder sehr dunkel werden. Das betrifft frittierte Speisen ebenso wie stark gebackene oder im Air Fryer zubereitete Produkte.

Genau deshalb ist die Frage „Ist eine Heißluftfriteuse gesund?“ nicht allein eine Frage der Fettmenge. Auch Temperatur, Bräunungsgrad und Häufigkeit spielen eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund sollte man frittierte oder stark erhitzte Speisen – unabhängig davon, ob sie aus der Heißluftfriteuse oder aus dem Frittierfett stammen – nicht regelmäßig, sondern wirklich nur sehr selten genießen.

Als gelegentlicher Genuss sind sie absolut vertretbar. Als tägliche Gewohnheit jedoch weder notwendig noch sinnvoll. Egal mit welcher Technik sie zubereitet werden.

Hat dir mein Test zum Thema Heißluftfriteuse vs. Airfryer gefallen? Dann nimm dir doch gerne etwas Zeit und schau dich in Ruhe auf meinem Blog www.likegian.de um! Dort findest du nämlich viele gesunde und herzhafte Gerichte sowie zahlreiche vollwertige Nachspeisen, die Lust auf mehr machen.

Falls du genau so gerne gesund naschst, wie ich, solltest du unbedingt meinen Kürbis Marmorkuchen ausprobieren. Ebenso empfehlenswert sind dieser Zimtschnecken Apfelkuchen oder mein gesundes Tirsamisu.

Außerdem habe ich noch viele weitere leckere und gesunde Backrezepte vorbereitet. Wie wäre es zum Beispiel mit einer schnellen Schokotarte, diesem fluffigen Blaubeerkuchen mit Streuseln oder meinem Kirschkuchen vom Blech? Ganz ohne raffinierten Zucker und dabei so einfach zubereitet!

Und falls du nach gesunden Frühstücksidden suchst, dann schau doch auf der Kategorienseite vorbei. 

Wenn du eines meiner Rezepte ausprobiert hast, würde ich mich riesig über dein Feedback freuen! Teile deine Erfahrungen gerne mit mir in den Kommentaren und hinterlasse eine Sterne-Bewertung. Vergiss außerdem nicht, mich auf Instagram zu markieren – so kann ich eure fantastischen Kreationen sehen und mit der Community teilen.

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